Das Stadtmuseum von Schwetzingen ist der ideale Ort, um die Geschichte der Spargelstadt kennenzulernen. Untergebracht im Karl-Wörn-Haus, das auch als Haus Schwetzinger Sammlungen bekannt ist, erzählt das Museum von der Entwicklung der Stadt und von den landwirtschaftlichen Schätzen, die ihren Wohlstand prägten. Ein Besuch lohnt sich für alle, die hinter die barocke Fassade der Residenzstadt blicken möchten.
Das Karl-Wörn-Haus
Das Gebäude selbst ist Teil der Stadtgeschichte. Das Karl-Wörn-Haus diente einst als Verwaltungsgebäude der Konservenfabrik Bassermann, eines Unternehmens, das eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung Schwetzingens verbunden war. Damit ist schon das Haus ein Zeugnis jener industriellen Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die für die Region lange prägend war.
Heute beherbergt das Gebäude die städtischen Sammlungen und macht Geschichte erlebbar. Unter dem Namen Haus Schwetzinger Sammlungen werden hier Objekte, Dokumente und Erinnerungsstücke bewahrt, die das Leben der Menschen in der Stadt über die Jahrhunderte hinweg zeigen.
Hopfen, Tabak und Spargel
Im Zentrum der Dauerausstellung steht die Stadtgeschichte, eng verknüpft mit drei landwirtschaftlichen Produkten, die Schwetzingen geprägt haben:
- Hopfen, lange ein wichtiges Anbauprodukt der Region
- Tabak, der die Landwirtschaft und das Gewerbe prägte
- Spargel, das bis heute berühmteste Erzeugnis der Stadt
Diese drei Kulturen erzählen von einer Zeit, in der die umliegenden Felder den Wohlstand und die Identität der Stadt mitbestimmten. Besonders der Spargel ist bis heute ein Markenzeichen Schwetzingens und füllt im Frühjahr die Märkte und Speisekarten. Das Museum zeigt, wie aus dem Anbau und der Verarbeitung dieser Produkte ein eigenständiges Stück Wirtschafts- und Alltagsgeschichte wurde.
Geschichte zum Anfassen
Das Stadtmuseum ergänzt den Besuch der barocken Residenz um eine wichtige Perspektive. Während Schloss und Garten die höfische Glanzzeit verkörpern, rückt das Museum das Leben der Bürger, Bauern und Arbeiter in den Mittelpunkt. So entsteht ein vollständigeres Bild der Stadt, das über die Pracht der Residenz hinausreicht.
Wer den geschichtlichen Bogen weiter spannen möchte, findet in unserem Überblick zur Geschichte die wichtigsten Etappen von der barocken Stadtanlage bis zu den Stadtrechten. Das Stadtmuseum im Karl-Wörn-Haus verbindet diese großen Linien mit greifbaren Objekten und macht so verständlich, wie sich Schwetzingen von einem kurfürstlichen Residenzort zur heutigen Spargelstadt entwickelt hat. Für Gäste und Einheimische ist es ein lohnender Anlaufpunkt, um die Stadt von einer anderen, sehr persönlichen Seite kennenzulernen.